Physiotherapie und Osteopathie

Ganz grundsätzlich ist der rasche Beginn von Therapiemaßnahmen bei Knieschmerzen oder Knieverletzungen oder nach Operationen an Gelenken immer von Vorteil. Die Frage ist, wer ist Ihr richtiger Behandlungspartner? Die Übungsbehandlungen ohne Operation sollten in der Regel schmerzfrei durchgeführt werden. Es sollte auch auf eine volle Kniegelenksbeweglichkeit und Kniescheibenmobilisierung geachtet werden. Viele Übungen sollten nach Anleitung durch den Patienten selbstständig zu Hause durchgeführt werden. Lässt der Arzt Sie länger entlasten, fördert eine Gangschulung beispielsweise eine schnellere Wiedereingliederung in den Lebensalltag. Es gibt jedoch auch Verletzungen oder Operationen, die unter Umständen eine längere Ruhigstellung und/oder Entlastung des betroffenen Gelenkes erfordern. Dies muss mit dem behandelnden Arzt diskutiert werden. Es gibt aber auch sehr wirksame Therapiemassnahmen, die auch sehr schmerzhaft sind.

Worauf ist also zu achten, wenn Sie sich einen Krankengymnasten oder Osteopathen suchen? Physikalische Therapie kann ganz allgemein der Schlüssel für eine rasche Erholung von Verletzungen, Prävention von Verletzungen und auch Linderung von Schmerzen sein. Alleine die Auswahl kann – wie bspw. beim Zahnarzt – das Ergebnis entscheidend beeinflussen. So wie bei jedem Beruf variiert auch das Kompetenzniveau in diesem Bereich. Die Suche nach dem guten Therapeuten ist also schwierig. Ich versuche Ihnen hier nun eine kleine Anleitung dazu zu geben. Zunächst muss der Therapeut sehr gute zwischenmenschliche Fähigkeiten haben und es lieben, sich um den Patienten zu kümmern. Hier kommt es darauf an, dass Sie einen gleichgesinnten Menschen treffen, der mit Ihnen im Team das Hauptziel – die Wiedereingliederung in Ihr privates und Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Dafür sind sehr gute manuelle Fähigkeiten von großer Bedeutung. Physiotherapeuten und Osteopathen arbeiten mit ihren Händen, um zu mobilisieren, zu manipulieren, Effekte zu produzieren und bestimmte Bewegungen und Funktionen von Gelenken und auch andere Körperstrukturen erheblich zu verbessern. Diese dürfen sich – ich betone – nicht auf Dehnen, Kräftigen und einige Übungen reduzieren. Das Wissen, wann welche Anwendung richtig genutzt werden muss, macht den guten Physiotherapeuten entscheidend aus. Mit dem Einsatz der Hände wird Narbengewebe nach einer Operation mobilisiert, dies kann die normale Heilung fördern. Weiterhin können die Hände des Therapeuten Entzündungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen spüren. Diese müssen genauso stark wie sanft eingesetzt werden können. Auch wünscht man sich große diagnostische Fähigkeiten. Gerade ich selbst als orthopädischer Chirurg bekomme von Physiotherapeuten und Osteopathen die verlässlichsten Informationen hinsichtlich der Störung eines Gelenkes. Diese Störungen kann ich niemals so genau erfassen wie das der Physiotherapeut oder Osteopath mit seinen Händen. Das liegt vor allem daran, dass die Therapeuten deutlich mehr Zeit mit den Patienten verbringen. Beim längeren Zuhören in mehren Sitzungen können mehr Informationen gewonnen werden als bei mir im kurzen Sprechstunden-Kontakt. Und da im Gegensatz zu mir als Chirurg auch mit den Händen am wachen Patienten therapiert wird, gibt es ein klareres Feedback, als ich es je erfahren kann. Wenn ich mit Therapeuten über Patienten spreche, die behandelt werden, legen wir vorher fest, was das Hauptziel ist, welche mechanischen Interaktionen angegangen werden müssen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Hat der Therapeut dann mit dem Patienten gearbeitet, bekomme ich ein gutes Feedback anhand der diagnostischen Fähigkeiten, die der Therapeut hat und dabei sind auch individuelle Einschränkungen von ganz großer Bedeutung. Nur diese komplexe Betrachtung der Probleme hilft, um den Erfolg bei der Rehabilitation zu erreichen. Ich möchte noch einmal die Kommunikationsfähigkeit betonen: Eine regelmäßige körperliche Therapie erfüllt für beide Seiten nur die Wünsche, wenn der Informationsfluss gut ist. Dies trägt auch dem Genesungsprozess bei. Weiter muss der Therapeut Sie zu einem entsprechenden Fitnesstraining anhalten. Dieses Fitnesstraining bedingt, dass auf der einen Seite die Erholungszeit verkürzt wird, auf der anderen Seite aber auch weitere Verletzungen vermieden werden. Dieser präventive Charakter muss durch den Therapeuten unterstützt werden. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass auch die Therapeuten sich kontinuierlich weiterbilden. Der Abschluss der Ausbildung alleine zeichnet nicht den vollständigen Therapeuten aus. Um weiter mit der Spitze des Feldes zu konkurrieren, müssen Austauschformate jeglicher Art besucht werden. Dabei sollte für den Therapeuten der Fokus natürlich auf aktuellen, manuellen Therapietechniken sowie den dahinter stehenden Theorien liegen. Es gibt immer wieder Trends und Wiederentdecken im Bereich der Gelenkmobilisation oder aber auch gerade im Bereich der Füße und Halswirbelsäule mit verbesserten Mobilisierungstechniken. Nur so erzielt das Team dies beste Ergebnis beim Patienten hinsichtlich seiner physikalischen, psychischen, mentalen Rehabilitation. Hier ist noch einmal der Teamansatz als Behandlung zu betonen. Schließlich muss betont werden, dass die erfolgreiche Therapie nicht durch die Abwesenheit von Schmerz als einzigem Zielkriterium erreicht wird. Die Bewegung des Knies sollte in vollem Umfang wieder erreicht werden, die muskuläre Funktion sollte auch voll wieder hergestellt werden. Und alle Beteiligten müssen ein gutes Gefühl haben, Sie zur vollen sportlichen Belastung zu ermutigen. Die gezielte Physiotherapie oder osteopathische Behandlung kann hier den entscheidenden Einfluss nehmen.

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